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Informationen zum Fachstudium

Ziel des Studiums

Rechtspfleger entscheiden sachlich unabhängig in weiten Bereichen der Justiz; sie sind nur an Recht und Gesetz gebunden, § 9 Rechtspflegergesetz. Dies erfordert ein umfangreiches juristisches Wissen. Daneben üben sie als Beamte der 3. Qualifikationsebene Aufgaben auf der mittleren Führungsebene aus.

Die Beamten der 3. Qualifikationsebene des Vollzugsverwaltungsdienstes nehmen in einer Justizvollzugsanstalt bedeutsame Schlüsselfunktionen wahr. Sie sind maßgeblich an Entscheidungen beteiligt und tragen die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Dienstbetrieb einer Anstalt mit. 

Die Studierenden sollen im Studium die Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die die fachliche und persönliche Eignung begründen. Ein wesentliches Ziel ist die zu einer vielseitigen Verwendbarkeit führende Selbstständigkeit im Denken und Handeln, denn Rechtspfleger und Justizvollzugsverwaltungsbeamte müssen sich ständig mit Gesetzesänderungen, neuer Rechtsprechung und neuen Technologien am Arbeitsplatz auseinander setzen.

Dem Anforderungsprofil an die Beamten und dem modernen Selbstverständnis der Verwaltung hin zu einer wirtschaftlichen, effizienten, bürgernahen und dem Dienstleistungsgedanken verbundenen Rechtspflege und Verwaltung soll Rechnung getragen werden.

Es sollen fachlich kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herangebildet werden, die durch erworbene Schlüsselqualifikationen umfassend handlungskompetent und dadurch auch sofort in der Praxis einsatzbereit sind. Daher gehören zur Ausbildung neben der Vermittlung praxisbezogener Sachkenntnisse auf wissenschaftlicher Basis auch Methodenlehre sowie die Förderung sozialer und persönlicher Kompetenzen.

 

Dauer des Studiums

Das Studium dauert 3 Jahre und beginnt Anfang September jeden Jahres. Es gliedert sich in das Fachstudium am Fachbereich und das berufspraktische Studium an den bayerischen Ausbildungsgerichten, Ausbildungsstaatsanwaltschaften sowie an den Ausbildungsvollzugsanstalten.  

Fachstudienabschnitte und berufspraktische Studienabschnitte wechseln sich dabei mehrmals ab. Das Fachstudium umfasst ab dem Einstellungsjahrgang 2015 insgesamt 20 Monate und 1 Woche, das berufspraktische Studium erstreckt sich über insgesamt 15 Monate und 3 Wochen.

Zeitplan

Überblick über die Studienabschnitte

Fachrichtung Rechspflege:

Einführungspraktikum1 Woche Einführungspraktikum an einem Gericht Anfang September
Fachstudium I9 Monate 1 Woche Fachstudium in Starnberg von Mitte September bis Mitte Juni
Fachpraktikum I6,5 Monate Fachpraktikum an Gerichten von Mitte Juni bis Ende Dezember
Fachstudium II11 Monate Fachstudium in Starnberg von Anfang Januar bis Ende November
Fachpraktikum II

6,5 Monate Fachpraktikum an Gerichten und Staatsanwaltschaften von Anfang Dezember bis Mitte Juni

- im Anschluss schriftliche und mündliche Rechtspflegerprüfung -

2 Monate Abschlussstation

Fachrichtung Justizvollzug:

Die zeitliche Abfolge entspricht der der Fachrichtung Rechtspflege. Die Fachpraktika werden an den Justizvollzugsanstalten absolviert.

Ablauf des Studiums

Der Ablauf des Studiums folgt dem Prinzip der dualen Ausbildung. Fachtheoretische Abschnitte wechseln sich mit fachpraktischen Abschnitten ab. Mit Wirkung vom 1.7.2015 ist eine Studienreform in Kraft getreten. Zur ersten Orientierung dient folgende Übersicht.

Das 3-jährige Studium beginnt sowohl für die Fachrichtung Rechtspflege als auch für die Fachrichtung Justizvollzug am 1. September des ersten Ausbildungsjahres mit einer rund einwöchigen Einführung bei Gerichten bzw. Justizvollzugsanstalten.

Das Fachstudium I am Fachbereich Rechtspflege der HföD beginnt Mitte September und endet Mitte Juni des ersten Studienjahres. In diesem Zeitraum werden insgesamt 13 Klausuren von jeweils 5 Stunden geschrieben (die erste als Übungsklausur), dazu kommt eine mündliche Prüfung. 

Das Fachstudium II beginnt Anfang Januar des zweiten Studienjahres und dauert bis Ende November. In diesem 11-monatigen Zeitraum werden insgesamt 12 Klausuren von jeweils 5 Stunden geschrieben, dazu kommt eine mündliche Prüfung und die Erstellung einer Seminararbeit.

Klausuren, mündliche Prüfung und Seminararbeit werden nach Punkten bewertet (0 bis 15). Das Ziel des jeweiligen Ausbildungsabschnitts ist erreicht, wenn der Studierende in mindestens der Hälfte der Klausuren sowie insgesamt die Gesamtnote ausreichend erreicht hat.

Unmittelbar nach dem Ende des Fachpraktikums II folgt der schriftliche Teil der Qualifikationsprüfung, der 8 fünfstündige Klausuren umfasst. Der mündliche Teil der Prüfung schließt unmittelbar daran an und wird wie der schriftliche Teil am Fachbereich absolviert. Zuletzt ist eine zweimonatige praktische Abschlussstation zu durchlaufen.

Die Umwandlung des Beamtenverhältnisses auf Widerruf zum Beamtenverhältnis auf Probe erfolgt mit Inkrafttreten der neuen Verwaltungsvorschriften zum September des dritten Studienjahres.

Inhalte des Studiums

Die Studieninhalte der Fachrichtung Rechtspflege und deren Gewichtungen finden Sie hier.